Dienstag, 5. August 2014

Schloss Sigmaringen

Sehenswertes[Bearbeiten]

Mächtige Säle und Salons mit prächtigen Möbeln, Gemälden und wertvollem Porzellan eröffnen dem Besucher einen Einblick in die höfische Pracht der vergangenen Jahrhunderte. Sammlungen vor- und frühgeschichtlicher Zeit werden ebenso gezeigt wie Werke schwäbischer Maler, Bildhauer und Kunstschmiede. Die Waffenhalle zeigt eine der größten privaten Waffensammlungen Europas mit Exponaten vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Marstallmuseum präsentiert den fürstlichen Fuhrpark.

Waffensammlung[Bearbeiten]

Im Schloss gezeigter Harnisch
Die Waffensammlung im Schloss Sigmaringen gilt mit ihren rund 3000 Ausstellungsstücken als die größte private Waffensammlung Europas. Die fürstliche Sammlung ist auf Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen zurückzuführen. Dessen Sammelleidenschaft, Mitte des 18. Jahrhunderts, ist es zu verdanken, dass sich eine der umfangreichsten und schönsten Waffensammlungen im Sigmaringer Schloss befindet. Die Exponate der Sammlung zeigen die Geschichte und die Entwicklung vom 14. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Unter den seltenen und kostbaren Stücken befinden sich auch allerlei Kuriositäten und einmalige Waffen, so zum Beispiel ein deutsches Orgelgeschütz des 15. Jahrhunderts als Vorgänger heutigerSchnellfeuerwaffen, hergestellt aus einem Baumstamm mit fünf eingeschobenen, kleinkalibrigen gusseisernen Rohren. Neben 90 Harnischenund Plattenpanzer-Rüstungen, befinden sich Sturmhauben und Kampfhelme aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Die Exponate zeigen die Entwicklung vonSchlagwaffen, Griffwaffen und etlichen HandfeuerwaffenHieb-, Stoß- undSchusswaffen jeglichen Kalibers runden die Sammlung ab. Die beeindruckende Waffensammlung beschränkt sich nicht nur auf europäische Waffen, sondern bietet auch „exotisches“, so zum Beispiel persische Waffen und eine japanische Kampfausrüstung eines Samurai.
Im sogenannten Galeriebau westlich des Schlosses befindet sich zudem eine weitere Sammlung mittelalterlicher Folterinstrumente. Die Folterkammer mit ihren seltenen Instrumenten ist Zeugnis früherer Gerichtsbarkeit.

Fürstliches Museum[Bearbeiten]

Der Galeriebau, der 1862 bis 1867 unter Fürst Karl Anton nach Plänen von Baurat Krüger aus Düsseldorf entstand, beherbergt das Fürstliche Museum. Dieses geht zurück auf Fürst Karl Anton, mit dem die Sammelleidenschaft im Hause Hohenzollern ihren Höhepunkt erreichte. Er machte am 5. Oktober 1867 seine Kunstschätze für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Düsseldorfer Maler Andreas Müller gestaltete den Raum insgesamt als Kunstsaal. Das Museum zeigt bedeutende Kunstwerke aus der Sammlung des Fürsten, mit charakteristischen Werken schwäbischer Meister. Hier erzählen Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Glas- und Schmiedekunst Geschichten aus dem religiös geprägten Leben des 15. und 16. Jahrhunderts. Das Kunstmuseum wurde im Jahre 2007 saniert.

Vor- und Frühgeschichtliche Sammlung[Bearbeiten]

Ebenfalls im Galeriebau befindet sich im Untergeschoss die Vor- und Frühgeschichtliche Sammlung, eine der bedeutendsten in Baden-Württemberg. Die dort gezeigten Exponate geben Einblick in das Leben und den Alltag von der Steinzeit bis zur Alamannenzeit (10.000 v. Chr. bis 700 n. Chr.), darunter auch Fundstücke aus der römischen Vergangenheit Sigmaringens. Neben seiner Leidenschaft für Waffen und die Jagd war Karl Anton passionierter Historiker und Altertumsforscher. 1881 fanden sich beim Bau von Wasserleitungen auf dem Sigmaringer Marktplatz römische Scherben und Eisenteile, diese Funde veranlassten ihn im Sommer 1881, Hofrat F. A. von Lehner damit zu beauftragen, im Gewann „Steinäcker“ nach einer Villa Rustica zu suchen und diese archäologisch zu erforschen. Neben Fundstücken dieses Gutshofs befinden sich noch weitere Fundstücke ähnlicher Gutshöfe in den Sammlungen, so auch die der Grabung im Gewann „Wachtelhau“ und die des Römischen Gutshofes in Laucherthal.

Marstallmuseum[Bearbeiten]

Im Marstallmuseum gezeigte Feuerlöschpumpen
Südwestlich des Schlosses in Talhanglage des Schlossberges befindet sich das so genannteMarstall-Gebäude.[A 6] Das Gebäude beinhaltet das Marstallmuseum, eine Ausstellung des fürstlichen Fuhrparks. 17 seltene Kutschen, Wagen, Schlitten und Sänften werden dort präsentiert, darunter ein besonders ausgestatteter Jagdwagen von 1800 und die „Gala-Berline“ des Fürsten Karl Anton, die dieser als Staatskutsche in Düsseldorf nutzte. Dazu Höfisches rund um den fürstlichen Marstall, so zum Beispiel Sättel, Hufeisen und Sporen. Einige ausgestellte Feuerlöschpumpenerinnern an den Schlossbrand von 1893, der drei Tage wütete, weil die Anschlussstücke der umliegenden Feuerwehren nicht aufeinander passten und deshalb das Wasser zum Teil in einer Kette mit Eimern aus der Donau von Hand den Berg hinauf gereicht werden musste, um den Brand zu löschen.

Hofbibliothek[Bearbeiten]

Die Fürstliche Hohenzollernsche Hofbibliothek Sigmaringen ist mit rund 200.000 Bänden eine der größten Privatbibliotheken Baden-Württembergs. Sie befindet sich im sogenannten Wilhelmsbau und zeichnet sich durch hohe Räume mit stuckverzierten Decken, langen Gängen mit meterhohen und -langen Regalen, in denen sich wertvolle Bücher aneinanderreihen, aus. Kunstwerke zieren die Räume.[6] Die Hofbibliothek hat einen universalwissenschaftlichen Charakter. Es gibt Schwerpunkte in den Bereichen Literatur, Kunst und Geschichte, vor allem in der Regionalgeschichte. Darüber hinaus sind auch andere Wissenschaften vertreten. Gut bestückt ist die Hofbibliothek ferner in den Themen Forst,Heraldik (Wappenkunde) und Genealogie, Themen die im Adel eine besondere Rolle spielen. Fürst Friedrich war ein großer Orchideen-Liebhaber gewesen, deshalb ist die Hofbibliothek zum Beispiel in diesem Bereich gut sortiert. Die Hofbibliothek verfügt über einen größeren Bestand an Romanen und gehobener Unterhaltungsliteratur, der zu den Öffnungszeiten zur Ausleihe zur Verfügung steht. Im Bestand, den das Haus Hohenzollern-Sigmaringen seit Herrschaftsbeginn 1535 pflegt, finden sich wertvolle alte Handschriften, so zum Beispiel ein sogenanntes Legendarium, eine Sammlung von Heiligenlegenden aus dem 12. Jahrhundert.[7]
Das Schlossarchiv umfasst nahezu zwei Kilometer historische Dokumente. Diese geben zum Beispiel Auskunft über Graf Johann von Hohenzollern-Sigmaringen, der 1623 zur Fürstenwürde gelangte oder belegen, was es mit dem Vertrag von 1849 auf sich hat, der die Übergabe der hohenzollerischen Fürstentümer an Preußen besiegelte.[8]

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