Das Kloster Wittichen ist ein ehemaliges Klarissenkloster in einem engen Seitental der Kleinen Kinzig bei Schenkenzell im oberen Kinzigtal im Schwarzwald.
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Geschichte [Bearbeiten]
Gegründet wurde das Kloster von der seligen Luitgard von Wittichen im Jahre 1324. Gott soll der Überlieferung nach der Luitgard, welche aus dem Schenkenzeller Ortsteil Kaltbrunn-Vortal stammte, an der Stelle des Klosters gesagt haben: „Hier sollst Du mir ein Haus bauen!“ Also machte sie sich auf die Suche nach Mitschwestern und gründete mit 33 Schwestern in der Einöde von Wittichen ihr Kloster.
Unterstützung fand das Kloster in den Herzögen von Teck und den Grafen von Geroldseck sowie durch die Königin Agnes von Ungarn. Durch deren Vermittlung wurde durch Papst Johannes XXII. die Klause als Kloster anerkannt. Auf Geroldsecker Besitz unterhalb der Burg Wittichenstein und bevogtet von den Grafen, entwickelte sich nach schwierigen Anfängen (Brand des Klosters 1327, Weihe der Klosterkirche 1330) eine Frauengemeinschaft mit umfangreichem Klosterbesitz in Wittichen und Kaltbrunn sowie an Oberrhein und Neckar (Schaffneien zur Besitzverwaltung u.a. in Gengenbach, Horb, Lahr, Rottweil, Straßburg, Villingen).
1540 zeitweise infolge der Reformation aufgehoben, konsolidierte sich der Frauenkonvent – allerdings mit eingeschränkten Möglichkeiten – wieder und hatte im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und danach schwere Einbußen hinzunehmen (1640, 1663). Das Kloster wurde 1803 säkularisiert.
Ideell-religiöser Mittelpunkt der Nonnengemeinschaft, die 1376 die Klarissenregel annahm, war die Grabstätte der seligen Luitgard, zu der, besonders nach der Graböffnung von 1629 – man fand das Gehirn der Toten völlig unversehrt erhalten – Wallfahrten unternommen wurden. Kloster Wittichen hatte seit seiner Gründung einige Bedeutung im Rahmen der Herrschaft und als Hauskloster der Grafen von Geroldseck.
Bei der Säkularisation kam das Kloster in den Besitz des Fürstenhauses Fürstenberg. Ein Teil der Gebäude wurde wegen der zu hohen Kosten in den 1850er Jahren abgerissen. Die Kirche, das Langhaus und der Klosterstall sind erhalten, ebenso der Friedhof.
Sehenswertes [Bearbeiten]
Die Klosterkirche ist ein barockes Kleinod und ist heute noch Ziel vieler Wallfahrer.
Im alten Klosterstall ist ein kleines Museum eingerichtet, das die Kostbarkeiten wie die Monstranz, Messgewänder und ähnliche Dinge des Klosters ausstellt, sowie auch Mineralien aus Wittichen.
Das Langhaus wird von der Ortschaft Kaltbrunn als Gemeindezentrum genutzt, ist aber alleine schon von außen durch seine Mächtigkeit beeindruckend. Das Gebäude riegelt das kleine Tal gewissermaßen ab. Durch zwei sandsteinumrandete Tore im Gebäude führen nebeneinander der Talbach und die Durchgangsstraße die weiterführt in die ehemalige Bergbausiedlung Wittichen.
Der ganze Komplex wirkt trotz Unvollständigkeit äußerst idyllisch.
Wittichen als Ort [Bearbeiten]
Wohl durch den Bergbau begründet, Gruben gab es wirklich zahlreiche im Witticher Tal, ist hauptsächlich hinter dem Kloster beginnend eine kleine Siedlung entstanden.
Der Abbau in den Gruben ist längst eingestellt, die Ortschaft ist geblieben. Wittichen ist ein Teilort von Kaltbrunn, welches wiederum seit der Gemeindereform 1974 zu Schenkenzell eingemeindet wurde.
Bergbau in Wittichen [Bearbeiten]
Der ehemals zentrale Erwerbszweig im Tal. Es wurde unter anderem Silber, Cobalt, Fluss- und Schwerspat abgebaut. Das Delfter Blau für das Porzellan in Holland stammte unter anderem aus Gruben aus Wittichen.
Im Gasthaus Martinshof in Kaltbrunn kann man in Vitrinen eine ansehnliche Gesteinssammlung der Gastwirtsfamilie besichtigen. Auch das Heimatmuseum in Triberg beheimatet viele Exemplare aus Wittichen.
Ein geologischer Pfad führt einmal rund um die Talschaft Wittichen, vorbei an vielen alten Grubeneingängen und an Abraumhalden an denen sich immer wieder geologisch interessierte Menschen zu schaffen machen.
Wittichen ist Namensgeber für das Mineral Wittichenit.
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